“Kultur braucht Raum. Raum für Kunst und Kreativität. Für Musik und Medien, Theater und Tagungen, Literatur und Events – für Kultur, Wirtschaft und Gesellschaft. Das ehemalige Kalksandsteinwerk (in Norderstedt) ist das neue Kulturwerk am See!”

Dieses Credo findet man auf der Homepage des Kulturwerkes am See in Norderstedt, das nach der Landesgartenschau 2012 den Betrieb aufgenommen hat. Schaut man sich das Programm heute an, findet man Theater und Comedy, Events wie die Craft Beer Days und Handelsmessen.

Was fehlt, das ist Musik! Zwar gab es den Versuch, mit dem Jazzwerk, einer Reihe hochkarätiger Jazzkonzerte (Till Brönner, Doldingers Passport etc.), das Kulturwerk als Spielstätte zu etablieren, aber leider musste die Reihe dann 2015 eingestellt werden.

Mit dem Blueswerk und einem anderem Konzept startet nun einen zweiten Versuch, das Kulturwerk dauerhaft und regelmäßig zur Heimstätte zeitgenössischer Musik zu machen.

Unter Blues verstehen die meisten Menschen traurige alte Männer, die an der Gitarre über die schlechten Zeiten auf den Baumwollfeldern jammern. Und in der Tat liegt der Ursprung des Blues im Süden Amerikas um die Jahrhundertwende.

Aber Blues ist auch der Ursprung der modernen Rockmusik und somit der Kern aller populären Musik, die uns heute umgibt. Klassiker wie die Rolling Stones berufen sich auf Muddy Waters oder Howlin’Wolf, selbst AC/DC begannen mit Chuck Berry-Covern, der den Blues der 40er in den Rock’n’Roll überführte. Und spätestens seit den Blues Brothers sollte jedem klar sein, wieviel Freude und Leben im Blues steckt.

Und der Blues von heute? Der ist jung und auch weiblich. Erstaunlich viele Künstlerinnen haben in den letzten Jahren den Durchbruch geschafft und sind einem breiten Publikum bekannt geworden. Ana Popovic, Dana Fuchs, Sue Foley, alles Namen, die seit Jahren auch in Deutschland ihr Publikum finden.

Dazu kommen heute vermehrt junge Bands aus Skandinavien. Ina Forsman und Erja Lyytinen aus Finnland, Thorbjörn Risager aus Dänemark oder die Schwedin Lysa Lystam, ein kleiner Auszug aus dem umfangreichen Reservoir von Talenten, die wir auch nach Norderstedt holen wollen.

Das Blueswerk will die Möglichkeiten des Kulturwerks nutzen, um solchen Bands eine Chance zu geben. Und den Menschen in und um Norderstedt eine Chance geben, diese Künstler zu erleben.